Der S-Bahn-Haltepunkt erfordert eine der größten Baumfäll-Aktionen im innerstädtischen Bereich.

Ein wichtiger Grüngürtel mitten in der Stadt wird entfernt

Im Bereich von Hirsch- und Hasenstraße wird mit Bau des Haltepunkts Süd eine wichtige Grünzone entfernt. Diese Grünzone bietet Schutz, Rückzugsraum und Nistplätze für die Artenvielfalt der Vögel, Fledermäuse, Käfer und Reptilien. 

Gefällt werden 31 ausgewachsene Bäume mit einem Durchmesser von z.T. über 50 cm.

Der geplante Haltepunkt hat eine Zerschneidewirkung, welcher das Landschafts- und Stadtbild erheblich beeinträchtig. Die gesamte Bahnanlage befindet sich zur Zeit noch hinter Baumhecken und Bäumen. Eine Wiederherstellung der Grünstruktur – wie beschrieben – ist nicht möglich, da im Bericht der DB schon auf weitere Maßnahmen hingewiesen wird (B&R, P&R). Auch ist keine Ansaat von Wildkräutern möglich, da der gesamte Bereich versiegelt wird. Durch diese Summationswirkung wird ein ökologischer Schaden entstehen, der bisher nicht abzusehen ist. 

Für die Einrichtung der Baustelle und die Umsetzung des Bauvorhabens ist die komplette Entfernung des Grüngürtels vorgesehen, notwendige spätere Maßnahmen werden eine Wiederherstellung der Grünstruktur nicht ermöglichen.

Grüngürtel bietet Schutz und Rückzugsraum

Im Bereich dieser 300 m wurden auf beiden Seiten der Bahnstrecke am 20.03.16 folgende Vogelarten beobachtet und aufgenommen. Dauer der Betrachtung auf jeder Seite 1 Stunde. (Durchführung Natur- und Vogelschutzverein 1954 e.V. Harthausen)
5 Kohlmeisen, 5 Amseln, 6 Blaumeisen, 3 Dorngrasmücken, 2 Eichelhäher, 1 Grünfink, 2 Zaunkönige, 1 Stieglitz, 1 Buchfink, 1 Rotkehlchen
Bei einer zweiten Begehung auf beiden Seiten der Bahnstrecke am 09.04.17 sind folgende Vogelarten beobachtet und aufgenommen worden. Dauer der Betrachtung auf jeder Seite 1 Stunde. (Durchführung Natur- und Vogelschutzverein 1954 e.V. Harthausen)
1 Girlitz, 8 Kohlmeisen, 3 Amseln, 4 Blaumeisen, 2 Dorngrasmücken, 1 Eichelhäher, 1 Stieglitz, 2 Mönchgrasmücken, 1 Zaunkönig, 3 Rotkehlchen
Des Weiteren wurden insgesamt 3 verschiedene Fledermausarten gesichtet, welche teilweise  stark vom Aussterben bedroht sind:
Großes Mausohr, Kleiner Abendsegler, Kleine Hufeisennase
In Deutschland ist der kleine Abendsegler über die Bundesartenschutzverordnung als besonders gefährdete Art geschützt.

Zwischen Albert-Pfeifer- und Gabelsberger-Str. werden alle 31 Bäume gefällt!

Der mit der Bauanfrage eingereichte landschaftpflegerische Begleitplan hält fest, dass auf einem Areal von 3.180 qm Bäume, Baumhecken, Gestrüpp und höherwüchsige Grasflächen entfernt werden und der Boden bau- und anlagebedingt versiegelt wird.

In der Bestandsaufnahme von Modus Consult – im Auftrag der DB – werden 31 Bäumen mit Durchmessern von 20 bis 70 cm aufgelistet, darunter befinden sich in erster Linie ausgewachsene spitzblättrige Ahorn-Bäume (19) aber auch andere Ahornbäume oder Robinien.

Der von Modus Consult im Oktober 2015 erstellte Bestandsplan zeigt den jetzigen Zustand auf dem Baugelände des Haltepunkts Süd.

Auch eine punktuelle Nachpflanzung inmitten des über 3000 qm neu versiegelten Areals wird in keiner Weise ein ökologisches Äquivalent darstellen. 

Die Bedeutung des Grüngürtels rechts und links des Bahndamms als ökologische Schutzzone war der Fraktion der Speyerer Grünen von Anfang an bewusst. In einer Stellungnahme unterstreicht Stadtrat Luzian Czerny am 28.11.2014 den Standpunkt seiner Fraktion und versichert, dass im Zuge der Einrichtung des S-Bahnhofs nur die „notwendigsten Bäume“ gefällt werden:

"Sie können sicher sein, dass wir um jeden Baum kämpfen!"

Die Pläne der Bahn, die beim Grundsatzentscheid dem Stadtrat vorlagen, sahen eindeutig die Entfernung des gesamten Baumbestands vor. Hier hätten die GRÜNEN die Pläne in der dieser Form ablehnen können. Aber:

Die Fraktion der GRÜNEN stimmte mit „JA“.

Kein Einspruch von den GRÜNEN, aber ...

Vor der Kommunalwahl wird im Gebiet um den geplanten Haltepunkt Süd ein Flugblatt verteilt, in dem die Speyerer GRÜNEN versichern, dass sie sich „nach wie vor“ für die Erhaltung der Bäume entlang der Bahnlinie einsetzen.

Zur Erinnerung:

Die vom Speyerer Stadtrat mit den Stimmen von CDU, Grünen und BGS beschlossenen Pläne zum Haltepunkt Süd lagen im Frühjahr 2017 im Stadthaus zur öffenlichen Einsicht aus. Bis zum 3. Mai 2017 konnten Parteien und Bürger gegen die Umsetzung dieser Pläne Einspruch einlegen. Die Pläne sehen u.a. vor

ALLE BÄUME MÜSSEN WEG!

Rund fünfhundert Einsprüche gegen die Umsetzung der vorgelegten Pläne gingen beim Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz ein und werden zur Zeit bearbeitet.

Von den GRÜNEN erfolgte kein Einspruch.

Offener Brief an die Grünen

Nachdem wir auch im persönlichen Gespräch mit Luzian Czerny und Irmgard Münch-Weinmann keine belastbaren Aussagen zum Stand ihrer Bemühungen um den Erhalt des Grüngürtels erfahren konnten, haben wir uns jetzt mit einem Offenen Brief an die Fraktion gewandt. Die Antwort wurde uns jetzt für die 12 KW 2020 angekündigt.

 

Hierzu mehr … 

 

GRÜNE REAL-SATIRE:

 

Im Wahlkampf warben die SPEYERER GRÜNEN am Bahndamm in der Hasenstraße für den Schutz von Lebensräumen und den Erhalt der Artenvielfalt ….

 

Durch die Entfernung des Grüngürtels wird nicht nur ein ökologisches System durchschnitten, es ergeben sich auch klimatechnisch gravierende Konsequenzen für die Innenstadt und Bewohner.  Hierzu mehr >>

OFFENER BRIEF AN DIE GRÜNEN

Nachdem die Fraktion der GRÜNEN immer wieder und auch im Kommunal – Wahlkampf 2019 auf Flugblättern der Bevölkerung versicherte, dass sie sich für den weitgehenden Erhalt der Bäume am Haltepunkt Süd einsetzt, haben wir nun schriftlich angefragt, was bisher von der Partei unternommen wurde, um dieses  Versprechen einzulösen.

Die Antwort wurde für die 12. KW angekündigt –
wir werden die Reaktion hier öffentlich machen!

Offener Brief an die GRÜNEN

Nachdem die Fraktion der GRÜNEN im Kommunal – Wahlkampf 2019 in Flugblättern versicherte, dass sie sich für den weitgehenden Erhalt der Bäume am Haltepunkt Süd einsetzt, haben wir nun schriftlich angefragt, was bisher von der Partei unternommen wurde, um dieses  Wahlversprechen einzulösen.

Die Antwort wurde für die 12. KW angekündigt – wir werden die Reaktion hier öffentlich machen!