Eine städtebauliche Fehlleistung!

Die spezielle Topografie des Standorts macht eine Erhöhung des 160 m langen Bahndamms z.T. auf über 2,50 m erforderlich. Die Traufhöhe der unmittelbar angrenzenden Häuser in der Hirschstraße beträgt aber teilweise nur 4 m!

Das projektierte Bauwerk S-Bahnhof Speyer Süd erstreckt sich mit einer Länge von über 160 Metern entlang des Straßenabschnitts Hirschstraße, zwischen einmündender Mittelkämmerer- und der Bismarckstraße und darüber hinaus.

In diesem Bereich weist die über ein Jahrhundert historisch gewachsene Gebäudestruktur in Höhe und Längenausdehnung eine pittoreske Kleinteiligkeit auf, die sich in die Mittelkämmerer- und Bismackstraße fortsetzt und für das „Kämmerergebiet“ quartiersprägenden Charakter besitzt. Die dem geplanten Bahnkörper unmittelbar zugewandten und straßenraumbildenden Bebauung in der Hirschstraße, weist in Höhe des geplanten Bahnsteigzugangs eine Geschossigkeit von I+D (Ein Vollgeschoss plus Dachgeschoss) auf. Die einheitliche Trauflinie, die sich über sechs Gebäudelängen erstreckt, erreicht im Mittel eine Traufhöhe von gerade 4,00 Metern. Die raumbildende Flanke des geplanten Sichtschutzes und den integrierten Aufzugtürmen überragt die bestehende Wohnbebauung um bis zu 1,50 m und erinnert an ein abweisendes Grenzbauwerk.

Der Ausschnitt zeigt einen Ausschnitt der Bahnanlage – Höhe und Länge der Bahnsteigtrasse sind im Verhältnis zur vorhandenen Wohnbebauung nicht vertretbar.

Die Wertschätzung der einzigartigen Ensemblewirkung in diesem Stadtteilbereich spiegelt sich in dem vorherrschend kompromisslosen Umgang der Stadtbildpflege hinsichtlich verschiedener Baugesuche der vergangenen Jahre wieder, die eine behutsame Nachverdichtung vorsahen. Dieser Nachverdichtung wird von Seiten der städtischen Vertreter eine negative Auswirkung auf das Quartier attestiert und ist städtebaulich nicht erwünscht. Als Hauptkriterium wird der fehlende Nachweis von Stellplätzen auf den beplanten Grundstücken angeführt. Die Möglichkeit einer Stellplatzablösung wird aus Gründen der schon jetzt sehr beengten Parkplatzsituation im Straßenraum nicht akzeptiert.

Ein Stellplatznachweis für den zu erwartenden Parkplatzsuchverkehr ist aus verkehrspolitischen Gründen nicht geplant. Des Weiteren sind die vorhandenen Straßenquerschnitte dem nach Bedarfsanalyse ermittelten Zustrom von 1.750 Nutzer/Tag nicht gewachsen.

Die baulichen Dimensionen des geplanten Bahnkörpers widerspricht dem Einfügungsgebot nach §34 BauGB. Die Art und das Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, fügt sich nicht in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Der eklatante Maßstabssprung in Höhe und Länge der Bahnsteigtrasse gegenüber der vorhandenen Wohnbebauung ist städtebaulich nicht zu vertreten. Die Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse werden nicht gewahrt, das Ortsbild wird erheblich beeinträchtigt. Die Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen des Projektes sind nicht vereinbar.

An der engsten Stelle der Hirschstraße ist der Standort des S-Bahn-Haltepunkts Süd geplant. Auch wenn in diesem Bereich das freie Parken unterbunden wird, ist das Projekt an dieser Stelle problematisch platziert.

Standort bietet zu wenig Platz für nötige Infrastruktur

Der ÖPNV funktioniert nur im Verbund mit anderen Verkehrsmöglichkeiten. Ein S-Bahn-Halt nur für Fußgänger aus der benachbarten Wohnbebauung ist Luxus! 

 

Auch wenn die Befürworter davon ausgehen,  dass nur Fußgänger und Radfahrer den Haltepunkt Süd nutzen, ist absehbar, dass es motorisierte Nutzer geben wird, die trotzdem versuchen werden, einen Parkplatz zu finden. Hierdurch wird der Parkdruck im gesamten Wohngebiet steigen.

Wenn nach neuesten Untersuchungen nun mit 1700 Fußgängern und Radfahrern zu rechnen ist, müssten auch entsprechend Fahrradabstellplätze vorgehalten werden. Der Standort bietet hierzu aber keine Möglichkeit, ohne die Bahnböschung abzutragen.

Der Standort erlaubt keine Haltespur für Busse, die sinnvolle Koordination von Ankunft- bzw. Abfahrtzeiten von S-Bahn und Bus-Shuttle wird dadurch erschwert. 

Bring- und Abholdienste  benötigen kurzzeitig Abstellflächen, die nicht vorhanden sind.

Viele Nachteile, aber einen Standortvorteil gibt es doch:

CDU: Durch den Haltepunkt Süd werden die Immobilienpreise steigen

Sowohl Fraktionsvorsitzender Dr. Axel Wilke, als auch der Finanzexperte der CDU Hans-Peter Rottmann stellten in der Vergangenheit immer wieder das Argument in der Vordergrund, dass durch den Bau des Haltepunkts Süd die Immobilienpreise im Kämmerer und im Oberkämmerer im Umkreis von 1000 m steigen werden. Dies ist zumindest für das Wohngebiet nördlich der Bahnlinie vorstellbar, der Oberkämmerer wird z.B. sicherlich auch für Geschäftsleute aus Mannheim durch die direkte S-Bahn-Anbindung noch attraktiver.

Die Wertsteigerung geht allerdings nur mit einem Wertverlust einher. Wohnwerte im Nahbereich um den Haltepunkt werden eindeutig sinken, wohingegen in einer „Komfortzone“ von 300 – 1000 m um den Haltepunkt die Vorteile greifen ….

Es ist daher kein Wunder, dass die größten Befürworter des Projekts, die in der öffentlichen Meinung und in Leserbriefen vehement den S-Bahnhof fordern, genau aus dieser Komfortzone heraus ihre Mails schreiben ….

 

OFFENER BRIEF AN DIE GRÜNEN

Nachdem die Fraktion der GRÜNEN immer wieder und auch im Kommunal – Wahlkampf 2019 auf Flugblättern der Bevölkerung versicherte, dass sie sich für den weitgehenden Erhalt der Bäume am Haltepunkt Süd einsetzt, haben wir nun schriftlich angefragt, was bisher von der Partei unternommen wurde, um dieses  Versprechen einzulösen.

Die Antwort wurde für die 12. KW angekündigt –
wir werden die Reaktion hier öffentlich machen!

Offener Brief an die GRÜNEN

Nachdem die Fraktion der GRÜNEN im Kommunal – Wahlkampf 2019 in Flugblättern versicherte, dass sie sich für den weitgehenden Erhalt der Bäume am Haltepunkt Süd einsetzt, haben wir nun schriftlich angefragt, was bisher von der Partei unternommen wurde, um dieses  Wahlversprechen einzulösen.

Die Antwort wurde für die 12. KW angekündigt – wir werden die Reaktion hier öffentlich machen!